Eine Initiative für mehr Gerechtigkeit und Humanität im weltweiten Edelsteinhandel

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»Honduras Opal« ist ein Bergbauprojekt mit dem Ziel, die Abbau- und Lebensbedingung der Opalschürfer in Honduras zu verbessern sowie die Verarbeitung und Vermarktung honduranischen Opals nach Fair Trade Gesichtspunkten zu gestalten. Das Projekt wurde bereits vor Jahren von dem deutschen Geologen Michael Vogt (Geo-Expert) und dem honduranischen Unternehmensberater Antonio Portillo (Centro de Negocios Hondureño-Aleman) initiiert. Nach jahrelangen Vorbereitungen und Gesprächen mit Behörden und der ortsansässigen Bevölkerung wird es nun seit Herbst 2008 gemeinsam mit der honduranischen Bergbaubehörde (DEFOMIN) und Fair Trade Minerals & Gems e.V. realisiert.

Die Situation in Honduras
Honduras ist ein mittelamerikanischer Staat mit einer Fläche von 112 492 km2, einer offiziellen Einwohnerzahl von 7,5 Millionen und einem jährlichen Bruttosozialprodukt von 12.279,– Mio. US$, was 1.635,– US$ pro Kopf entspricht. Im Vergleich dazu liegt das jährliche Bruttosozialprodukt in Deutschland bei 40.415,– US$ pro Kopf. Honduras zählt damit zu den ärmsten Ländern Mittelamerikas. Die honduranischen Opalvorkommen befinden sich im Bundesstaat Lempira, der wiederum zu den ärmsten Regionen innerhalb von Honduras zählt. Das Pro-Kopf-Einkommen in Erandique, dem größten Städtchen in der Opalregion, liegt mit durchschnittlich 40,– US$ deutlich unter dem honduranischen Landesdurchschnitt von 70,– US$. Von daher finden sich große Vorkommen wertvoller Edelsteine in einer extrem armen Region, die bislang von ihren Bodenschätzen nicht profitiert hat. Dies zu ändern, ist das Ziel des Projekts »Honduras Opal«.

Die honduranischen Opale
Schwarzer Matrixopal stellt mengenmäßig den größten Teil des honduranischen Opals, wobei die Besonderheit ist, daß die feinverteilten Opaleinschlüsse in der Matrix (dem Muttergestein) tatsächlich »Schwarzer Opal« sind. Das bedeutet, die schwarze Farbe rührt nicht nur vom Muttergestein her, auch der Opal selbst hat eine schwarze Körperfarbe, was die Farbintensität des Opalisierens verstärkt.

Wesentlich seltener, aber von außerordentlicher Schönheit ist der honduranische Veta-Opal oder Seam-Opal (»Ader-Opal«), schmale weiße Opal-Lagen und -Adern im dunklen Muttergestein, die ihrerseits von farbenprächtigen Edelopal-Streifen durchzogen sind. Diese bunten, oft mehrfach parallel verlaufenden Streifen zeigen ein außergewöhnlich intensives Opalisieren, dessen Farben sich beim hin und her Bewegen oft durch das ganze Regenbogen-Spektrum erstrecken.

Das Highlight unter den honduranischen Opalen sind jedoch die augenblicklich noch selteneren Kristallopale, Edelopale mit wasserklarer Körperfarbe und intensiven opalisierenden Flecken. Die Kristallopale sind meist als rundliche »Nuts« (»Nüsse«) im Muttergestein eingelagert. Durch die wasserklare Körperfarbe sieht man in manchen Stücken die Farbflecken dreidimensional im Raum »schweben«.

Die Opalvorkommen
Die Opalvorkommen in Honduras sind noch nicht systematisch erforscht. Neben den bekannteren Fundstellen, in denen aktuell schon abgebaut wird, existieren viele weitere »Geheimtipps« die innerhalb der Schürferfamilien weitergegeben werden. Nach einer Begutachtung des Gebiets durch Geologen der Bergbaubehörde (DEFOMIN) wurde jedoch deutlich, daß die Opalregion in Lempira wesentlich größere Vorkommen besitzt, als bislang angenommen. Auf Betreiben der DEFOMIN wurde daraufhin 2006 ein Gesetz eingebracht und im August 2008 vom Parlament verabschiedet, welches die Opalregion unter Schutz stellt und ausschließlich der ortsansässigen Bevölkerung gestattet, die Opale abzubauen und zu vermarkten. Im September 2008 wurde Fair Trade Minerals & Gems daraufhin von der DEFOMIN nach Honduras eingeladen, um die Realisierung des Opalabbaus nach Fair Trade Kriterien zu unterstützen.

Die Reise
Im Dezember 2008 kamen Michael Gienger, Gründer der Intitiative »Fair Trade Minerals« und späterer Präsident des Vereins »Fair Trade Minerals & Gems e.V.«, Michael Vogt, Initiator des Projekts »Honduras Opal«, Wolfgang Maier, Vizepräsident von »Fair Trade Minerals & Gems« sowie Elvira Töpfer als Fotografin der Einladung der DEFOMIN nach. Gemeinsam mit Vertretern der Bergbaubehörde, u.a. dem damaligen Direktor Roberto Alvir Zelaya, sowie dem zweiten Projektinitiator Antonio Portillo besuchten sie die Minenregion und nahmen an verschiedenen Meetings mit der ortsansässigen Bevölkerung teil. Dabei wurden vier Kooperativen mit einem gemeinsamen Dachverband gegründet, in denen die Opalschürfer nun gemeinsam den Abbau nach Fair Trade Kriterien betreiben. Außerdem wurde Antonio Portillo im Einvernehmen mit der DEFOMIN zum Repräsentanten von Fair Trade Minerals & Gems in Honduras bestellt.

Die Entwicklung des Projekts
Die Entwicklung des Projekts »Honduras Opal« folgt fünf Schritten, die fließend ineinander übergehen, da Folgeschritte oft schon vorbereitet werden müssen, während vorausgehende Schritte noch umgesetzt werden:

Schritt 1 ist die Verbesserung des Opalabbaus an sich. Die bisherigen Methoden der Opalschürfer sind mittelalterlich: Es werden Gruben gegraben, in denen Feuer entzündet wird, um die opalhaltigen Steine zu zermürben, so daß sie mit Hammer und Meißel kleingeklopft werden können. Dieses Verfahren ist sehr ineffizient und zerstört viele Opale. Der Ertrag ist daher klein und von überwiegend geringer Qualität. Durch modernere Methoden wie z.B. gezieltes Bohren und Abtrennen größerer Gesteinsblöcke mit Keilen, die anschließend durch Anschleifen genauer auf den Opalgehalt untersucht werden, bevor sie entsprechend zerkleinert werden, könnte sowohl die Quantität, als auch die Qualität der geförderten Opale erhöht und damit Absatz und Einnahmen verbessert werden. Aufgabe für Fair Trade Minerals & Gems e.V. ist in diesem Zusammenhang das Angebot und die Finanzierung entsprechender Schulungen – natürlich abgestimmt mit der Anschaffung benötigter Geräte.

Schritt 2 besteht in der Schulung von Kenntnissen, die zur Bewertung der Opalqualität und zur Preisfindung notwendig sind. Ohne angemessene Preise werden entweder die Erträge »verschenkt« (zu niedrige Preise) oder die Markteinführung des Honduras Opal vereitelt (zu hohe Preise). Daher ist die Preiskalkulation ein wichtiges Thema, das geschult werden muß. Auch Schulungen dieser Art werdeb von Fair Trade Minerals & Gems unterstützt.

Schritt 3 ist die Vermarktung der Opale im Inland (Honduras) und Ausland, wofür Fair Trade Minerals & Gems e.V. Kontakte vermittelt.

Schritt 4 sind Werkstätten zur Verarbeitung der Opale (Schleifen, Polieren, Fassen, Schmuckherstellung), um die Wertschöpfung ins Land zu verlagern. Bislang wird mit minimalen Ausnahmen ausschließlich Rohware verkauft. Viele Opalschürfer sahen bei unserem Besuch im Dezember 2008 zum ersten Mal gut geschliffene Opale aus ihren eigenen Minen! Auch Schulungen dieser Art werden von Fair Trade Minerals & Gems e.V. unterstützt. Zur Beschaffung der benötigten Geräte startete Fair Trade Minerals & Gems e.V. im August 2009 eine Sammelaktion für gebrauchte Geräte bei deutschen Edelsteinschleifereien. Hier sind wir für jede Unterstützung dankbar. Unterlagen zur Sammelaktion erhalten Sie auf unserer Homepage oder direkt hier am Stand.

Schritt 5 ist schließlich die Entwicklung weiteren Potentials in der Region, das über den reinen Opalabbau hinausgeht, aber ein zusätzlicher Wirtschaftszweig der Kooperativen werden könnte: Sanfter Tourismus z.B., da die Gegend landschaftlich außergewöhnlich schön ist, und sich u.a. für Trekking- und Reiter-Touren anbieten würde. Die Entwicklung des Projektumfelds (Bildung, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur etc.) ist ebenfalls Teil dieses fünften Schrittes. Hierbei wird Fair Trade Minerals & Gems e.V. beratend unterstützen und wiederum Kontakte vermitteln.

Derzeit werden die ersten drei der obigen Schritte vollzogen, der vierte Schritt ist in Vorbereitung. Inzwischen leben bereits 300 Familien vom Ertrag des Opalabbaus in den vier Kooperativen. Durch eine Erweiterung des Projekts in den o.g. Schritten 4 und 5 können jedoch noch viel mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

Aktuell
Im Auftrag von Fair Trade Minerals & Gems e.V. engagiert sich unser honduranischer Repräsentant Antonio Portillo seit Januar 2009 mit mehreren Mitarbeitern für die Entwicklung des Projekts sowie für Marketing und Sponsoring. Seinem Engagement ist zu verdanken, daß das Projekt inzwischen auch von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) finanziell unterstützt wird. Die GTZ ist Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und regelt die Vergabe von Entwicklungshilfegeldern im Auftrag der Bundesregierung. Zudem achtet Antonio Portillo in unserem Auftrag als ständiger Berater des Dachverbands der Kooperativen darauf, daß das Projekt nach Fair Trade Kriterien entwickelt wird.

Fair Trade Minerals & Gems e.V. unterstützt das Projekt »Honduras Opal« auch durch finanzielle Zuwendungen in Form von Spenden und Darlehen – jedoch in erster Linie als Anschubfinanzierung für Maßnahmen, die langfristig dem Selbsterhalt des Projekts dienen (»Hilfe zur Selbsthilfe«). Insbesondere Schulungen und weitere Formen der Wissensvermittlung werden daher von uns unterstützt. Darüber hinaus wird die Entwicklung von »Honduras Opal« mit Filmen, Fotos und Berichten dokumentiert, was nicht nur dem Projekt selbst zugute kommt, sondern auch anderen Projekten weltweit Anreiz und Ansporn zur Umsetzung von Fair Trade Kriterien sein kann.

Das Engagement bei »Honduras Opal« war der ausschlaggebende Faktor, die Privatinitiative »Fair Trade Minerals« nach dreieinhalb Jahren im Mai 2009 in einen gemeinnützigen Verein umzuwandeln, der den obigen Aufgaben viel besser gerecht werden kann.

Ihr Kontakt für Honduras-Opale in Deutschland:
Geo-Expert®
Michael Vogt, Initiator des Projekts »Honduras Opal« ist mit seiner Firma »Geo-Expert®« Ansprechpartner und Vertriebskanal für »Honduras Opal«.
Die Kontaktdaten lauten:
Geo-Expert®
Chromstraße 5, 30916 Isernhagen-HB
Tel.: 0511-8 97 98 96, Fax: 0511-8 97 98 97
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